Station 4: Frankfurter Straße

Die Frankfurter Straße ist eine der ältesten Handelsstraßen Braunschweigs und verband die Stadt seit Jahrhunderten mit dem Süden. Mit der Industrialisierung kamen hier zahlreiche Gewerbebetriebe und Wohnhäuser hinzu, wodurch sich die Straße zu einem bedeutenden Standort industrieller Produktion entwickelte.

Besonders prägend war die Braunschweigische Maschinenbau-Anstalt (BMA), deren Bauten bis heute zu sehen sind. Ein markantes Beispiel für den industriellen Wandel ist das heutige Restaurant „Zucker“. Das Gebäude wurde ab 1858 als Zuckerraffinerie betrieben, an der unter anderem Hermann Buchler und Friedrich Seele beteiligt waren. Das ursprüngliche Bauwerk brannte 1900 ab, wurde jedoch neu errichtet und nahm 1902 die Produktion wieder auf.

In den 1920er-Jahren geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten, konnte einen Bankrott zunächst noch abwenden. 1939 kam das endgültige Aus. Während des Zweiten Weltkriegs nutzten die benachbarten Lutherwerke die Hallen für die Produktion von Rüstungsgütern. In diesem Zusammenhang wurden auch sowjetische Zwangsarbeiter hier untergebracht.

Nach dem Krieg verlor das Gebäude seine industrielle Funktion, blieb aber erhalten. Seit 1986 steht es unter Denkmalschutz. Die Stadt entwickelte ein Konzept zur Umnutzung, das in den 1990er-Jahren in privater Hand umgesetzt wurde. In diesem Zuge begann die Umgestaltung zum heutigen „Artmax“. 2002 wurden die Restaurierung und Erweiterung abgeschlossen. Seitdem präsentiert sich die ehemalige Zuckerraffinerie als modernes Kultur- und Bürozentrum.

 

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