Bildung & Vermittlung
Ausgangspunkt unserer Bildungsarbeit ist die Geschichte des historischen Ortes. Dabei werden die Geschehnisse in einem einzelnen Außenlager in den Gesamtzusammenhang der NS-Verfolgung in Europa gestellt. Besonderen Stellenwert in der Vermittlungsarbeit haben Biografien und Erinnerungen der Menschen, welche verfolgt, inhaftiert und zur Arbeit gezwungen wurden.
Wir arbeiten mit vielseitigen Lernformen und Materialien. Aufbereitete Textquellen, Fotografien und filmisch festgehaltene Erinnerungsberichte geben Auskunft über das konkrete Geschehen in Braunschweig.
Unsere Bildungs- und Vermittlungsangebot richten sich an Gruppen und Einzelpersonen. Wir bieten Führungen, Seminare, Workshops sowie mediale Vermittlungsformate zu unterschiedlichen Schwerpunkten an. Bildungsangebote für Gruppen können nach Absprache auch außerhalb der Öffnungszeiten gebucht werden.



Für Einzelpersonen
Vor Ort und digital finden Sie unterschiedliche Angebote für die Selbstbildung. Auch das Offene Archiv „Braunschweig – Eine Stadt in Deutschland erinnert sich“ bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für eine Beschäftigung mit der NS-Zeit aus regionaler Perspektive.
Modell des Lagergeländes
In den Räumen der Gedenkstätte befindet sich eine Miniatur des historischen Lagergeländes. Die Rekonstruktion der Baracken macht die heutige Leerstelle des verschwundenen Lagers haptisch zugänglich. Zu den einzelnen Gebäuden lassen sich zudem erläuternde Audiospuren ansteuern.
Audiovisuelle Medienstation
An einem Bildschirm im zentralen Raum der Gedenkstätte können unterschiedliche Videoformate abgerufen werden: eine filmische Einführung zum Lagergelände, Zeitzeug*innen-Interviews mit Überlebenden der KZ-Außenlager in Braunschweig und Vechelde sowie Filmprojekte zum Offenen Archiv.
Digitaler Gelände-Guide
Der digitale Rundgang gibt Informationen über den historischen Ort Schillstraße und bietet die Möglichkeit, verschiedene Objekte im Außenbereich selbst zu erschließen. Mit Hilfe von aktuellen und historischen Luftbildaufnahmen und Karten wird die Lage und bauliche Struktur des früheren KZ-Außenlagers nachvollziehbar.
Für Gruppen
Schulklassen, Studierende und andere Gruppen können die Gedenkstätte im Rahmen von Bildungsseminaren besuchen. Hier finden Sie einige unserer thematischen Zugänge. Bei Bedarf können wir gerne individuell gestaltete Bildungsangebote für Sie entwickeln. Bei Bedarf können wir gerne über individuell gestaltete Bildungsangebote sprechen.
Führung: „Die Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße“
Geeignet für Gruppen ab Klasse 7
Dauer: 1,5 Stunden, nach Absprache auch länger oder kürzer
Im Vorfeld eines Besuches werden die Schwerpunkte individuell vereinbart. Die Fühurng kann mit der Einweihung des Schilldenkmals 1837 beginnen. Die Geschichte des KZ-Außenlagers und das Schicksal der Häftlinge stehen im Mittelpunkt der Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus. Wichtige erinnerungskulturelle Themen werden auch mit der Neuwidmung des Schilldenkmals 1955 und der Entstehung der heutigen Gedenkstätte angesprochen.
Workshop: „Überall in Braunschweig – Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg“
Geeignet für Gruppen ab Klasse 9
Dauer: 4-5 Stunden, inkl. Pausen
Was bedeutet eigentlich Zwangsarbeit und in welchen Bereichen der Kriegswirtschaft wurden Zwangsarbeiter*innen eingesetzt? Mit diesen Fragen befassen sich die Teilnehmenden anhand von Lebensgeschichten ziviler Zwangsarbeiter*innen, die aus Polen nach Braunschweig kamen. Die Situation der Betroffenen wird nachvollziehbar und durch Berichte von Verantwortlichen und Zuschauer*innen kontrastiert. In die Auseinandersetzung mit der Thematik werden private Fotografien, offizielle Dokumente und Schriftwechsel, Erinnerungsberichte sowie ein Einführungsfilm einbezogen. Auch ein Besuch des Friedhofs Hochstraße als Bestattungsort ziviler Zwangsarbeiter*innen in den Jahren 1942 bis 1944 kann in das Programm aufgenommen werden.
Workshop: „Die Verfolgung der Braunschweiger Juden und ihre Nutznießer“
Geeignet für Gruppen ab Klasse 9
Dauer: 4 Stunden, inkl. Pausen
Der Prozess der fortschreitenden Ausgrenzung jüdischer Menschen aus allen Gesellschafts- und Lebensbereichen sowie die antisemitischen Entrechtungs- und Verfolgungsmaßnahmen in der NS-Zeit werden am Beispiel Braunschweigs veranschaulicht. Ausgehend von einem assoziativen Einstieg erarbeiten sich die Teilnehmenden zunächst einen Überblick über die zeitliche Entwicklung. Ortsbezogene Akten und persönliche Schicksale bilden die Grundlage der weiteren Auseinandersetzung. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Enteignungsmaßnahmen gegen jüdische Bürger*innen („Arisierung“). Exemplarisch werden anhand von Briefen, Dokumenten und Fotografien die Auswirkungen auf das Leben einer Braunschweiger Jüd*innen aufgezeigt. Auch die Beteiligung von Behörden, Nachbar*innen und Nutznießer*innen wird diskutiert.
Workshop: „Von Łódź nach Braunschweig – Zeitzeugen berichten“
Geeignet für Gruppen ab Klasse 9
Dauer: 4-5 Stunden, inkl. Pausen
Ein Großteil der Häftlinge des Lagers an der Schillstraße wurde über das „Ghetto Litzmannstadt“ (Łódź) nach Auschwitz verschleppt und dort für den Einsatz in der Rüstungsproduktion bei der Firma Büssing in Braunschweig ausgewählt. Zwei Lebensgeschichten stehen exemplarisch für das Schicksal der als Juden verfolgten KZ-Häftlinge in Braunschweig. Die Teilnehmenden rekonstruieren die Biografien der beiden jüdischen Überlebenden Jakob Ringart und Zwi Bergmann anhand von Videointerviews, persönlichen Unterlagen und Fotografien. Die Interviews sollen zudem dazu anregen, über die Bedeutung der Erinnerungen der Zeitzeug*innen als historische Quellen nachzudenken. Im Hinblick auf das Sterben der Zeitzeug*innen wird auch diskutiert, wie eine Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen zukünftig gestaltet werden könnte.

Sonderformate
Neben unserem ständigen Vermittlungsprogramm entwickeln wir fortlaufend neue Formate, präsentieren Wanderausstellungen und vieles mehr. Mehr zu unseren Sonderformaten finden Sie unter „Neuigkeiten“ und „Termine“.
Außerdem
Wir bieten Unterstützung bei Fach- und Studienarbeiten, schulischen Projektvorhaben (z. B. Stolpersteinrecherchen, Zeitzeug*innengespräche) und internationalen Jugendbegegnungen an. Auch Praktika werden Schüler*innen und Student*innen in der Gedenkstätte ermöglicht.
Zur Geschichte der NS-Zwangsarbeit können wir eine Materialsammlung für den Unterricht bereitstellen. Fachvorträge, z.B. zur Lagergeschichte und zum Thema Gedenkstättenpädagogik, können angefragt werden. Gerne denken wir mit Ihnen gemeinsam auch darüber nach, wie Bezüge zu den Themen Ausgrenzung, Rassismus und Antisemitismus in der Gegenwart hergestellt werden könnten.
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf!
