Landschaftliches Haus/Amtsgericht
Das Landschaftliche Haus als Sitz des Braunschweiger Landtages und das Gebäude des Amtsgerichtes heute.
Quelle: Stadtarchiv Braunschweig, H XVI A 22
Der Landtag des Freistaates Braunschweig
Auf den Bildern zu erkennen ist das landschaftliche Haus, heute Sitz des Amtsgerichtes. Es beherbergte einst den Landtag des Freistaates Braunschweig. Ihm kommt beim Aufstieg der Nationalsozialisten eine besondere Bedeutung zu, denn hier wurde nach den Landtagswahlen vom 14. September 1930 erstmals im Freistaat die NSDAP an einer Regierung beteiligt. Deutschlandweit war Braunschweig damit das zweite Land mit einer nationalsozialistischen Regierungsbeteiligung. Die NSDAP stellte in der Folge den Innen- und Volksbildungsministerposten, den maßgeblich Dietrich Klagges innehatte. Klagges gehörte als späterer Ministerpräsident des Freistaates zu den einflussreichsten und prägendsten Figuren Braunschweigs im Nationalsozialismus.
Die frühe Regierungsbeteiligung im Freistaat Braunschweig bot den Nationalsozialisten vielfältige Möglichkeiten ihre Macht auszubauen und eine Machtübernahme zu proben. Die Besetzung des Innen- und Volksbildungsministeriums ermöglichte es das Personal an Schulen, Hochschulen und Polizei mit Linientreuen auszutauschen. Darüber hinaus wurde die 1932 erfolgte Einbürgerung des staatenlosen Adolf Hitler durch Ernennung zum Regierungsrat ermöglicht. Die deutsche Staatsbürgerschaft war nötig, damit Hitler bei der Reichspräsidentenwahl 1932 in Konkurrenz zu Paul von Hindenburg antreten
konnte.Quellen:
Bein, Reinhard: Zeitzeichen. Braunschweig, 2000.
Bein, Reinhard, Roloff, Ernst-August: Der Löwe unterm Hakenkreuz. Göttingen, 2010.
