Schlossplatz
18. Oktober 1931: Die SA marschiert auf dem Schlossplatz.
Quelle: Stadtarchiv Braunschweig, H XVI H III 1f
SA-Aufmarsch auf dem Schlossplatz
Beim Treffen der sogenannten „Harzburger Front“ in Bad Harzburg am 11. Oktober 1931 wurde deutlich, dass Hitler und die NSDAP die alleinige Macht ohne die bürgerlich konservativen Kräfte anstrebten. Hitler und sein Gefolge hatten nämlich unter anderem beim gemeinsamen Aufmarsch, nachdem die eigene SA durchmarschiert war, die Veranstaltung verlassen. Und das kurz bevor der „Stahlhelm“, der eigentliche Bündnispartner, marschieren sollte (3.1).
Quelle: Stadtarchiv Braunschweig, H XVI H III 1a
Eine Woche später sorgten die Nationalsozialisten mit einer Machtdemonstration für Aufsehen, die es in dieser Form in Deutschland bis dahin nicht gegeben hatte. In Braunschweig fand ein Aufmarsch der SA statt, an dem angeblich über 100.000 SA-Männer beteiligt waren. Diese Zahl stammt von den Nationalsozialisten selbst, ist also zu hinterfragen. Neuere Schätzungen gehen aber dennoch von 70.000 SA-Leuten aus – in einer Stadt, die damals keine 150.000 Einwohner*innen hatte (3.1). Auf dem Franzschen Feld weihte Hitler persönlich 24 neue Standarten der SA mit der sogenannten „Blutfahne“. Anschließend begab er sich zum Residenzschloss und nahm dort den mehrstündigen Aufmarsch der SA ab. Die historische Aufnahme zeigt den großen Aufmarsch auf dem Schlossplatz. Durch Gewaltanwendung der SA wurden zahlreiche Zuschauer*innen verletzt, zwei Menschen starben durch die Misshandlungen (2.2). Diese Aufmärsche in Bad Harzburg und Braunschweig waren möglich, weil die NSDAP im Freistaat Braunschweig an der Regierung beteiligt war. In anderen Ländern, wie in Preußen, bestand ein Aufmarsch- und Uniformverbot (3.1).
