Synagoge
Die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde Braunschweig und der heutige Hochbunker.
Quelle: Stadtarchiv Braunschweig, H XVI B IV 2
Zerstörung der Braunschweiger Synagoge
Seit 1875 befand sich in der alten Knochenhauerstraße die Synagoge und direkt daneben das Gemeindehaus der jüdischen Gemeinde Braunschweig. Die historische Aufnahme zeigt die Synagoge und auf der linken Seite ist, direkt anschließend, ein Stück des Gemeindehauses zu sehen. In vielen Städten Deutschlands wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Synagogen im Zuge der Reichspogromnacht zerstört und Geschäfte jüdischer Inhaber*innen überfallen. Die Zerstörung der Synagogen geschah an vielen Orten oftmals durch ein gelegtes Feuer. In Braunschweig allerdings hatte man Sorge, ein Feuer könnte auf umliegende Fachwerkgebäude übergreifen. Man entschloss sich deshalb dazu, die Synagoge zu Sprengen und anschließend die Reste abzutragen.
Zur Plünderung jüdischer Geschäfte kam es dagegen nur vereinzelt, da es schlicht aufgrund der früheren Verfolgungen nur noch wenige davon gab. Daneben wurden alle jüdischen Männer verhaftet und in Konzentrationslager gebracht. Sie wurden einige Zeit später wieder entlassen mit der Auflage, umgehend auszuwandern. Übrig blieben in Braunschweig anschließend nur diejenigen, die nicht genug Mittel zum Auswandern hatten und denen auch die Berufstätigkeit verboten war. Sie waren nicht in der Lage die jüdische Gemeinde zu halten. Nachdem der Vorsteher der jüdischen Gemeinde zum Verkauf des Geländes gedrängt wurde, wurde 1943 an der Stelle, an der die Synagoge stand, ein Bunker errichtet. Das Bunkergebäude befindet sich bis heute an dieser Stelle.
Heute wird das links an den Bunker anschließende ehemalige Gemeindehaus wieder von der jüdischen Gemeinde genutzt. In ihm befindet sich auch die neue Synagoge.
Quellen:
Bein, Reinhard. In: Vernetztes Gedächtnis. Synagoge, Alte Knochenhauerstraße. Braunschweig, 2003.
